Schüler aus dem Schmuttertal-Gymnasium Diedorf zum Lernen an Biografien im Diakoniedorf Herzogsägmühle der Diakonie München-Oberbayern

Fotos: Babette Müller-Gräper, Herzogsägmühle

Im Rahmen der Projekttage am Ende des Schuljahres 2026-27 besuchten wir als kleine Gruppe von sechs Schülern zusammen mit OStR Stefan Zick und der Studentin und Aushilfslehrkraft im Fach Politik und Gesellschaft Selin Özen das Diakoniedorf Herzogsägmühle bei Schongau. Das „Dorf für Menschen“ wird von dem Sozialunternehmen Diakonie München-Oberbayern getragen. Wir wurden von der Historikerin Babette Müller-Gräper eingeladen, diesen Ort des Diakonischen Lernens näher kennenzulernen. Der Besuch war für uns eine spannende und gleichzeitig nachdenklich stimmende Erfahrung. Wir konnten dort nicht nur viel über die Geschichte der Einrichtung erfahren, sondern auch sehen, wie Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten hier gemeinsam leben und arbeiten.

Sehr interessant fanden wir, wie offen und selbstverständlich dort miteinander umgegangen wird. Egal welche Voraussetzungen jemand mitbringt, jeder gehört dazu und wird respektiert. Dadurch haben wir gemerkt, dass viele Vorurteile eigentlich verschwinden, sobald man Menschen persönlich kennenlernt und mit ihnen ins Gespräch kommt. Außerdem haben wir gelernt, wie wichtig Arbeit für viele Menschen sein kann. Es geht dabei nicht nur darum, Geld zu verdienen. Arbeit gibt Struktur im Alltag, stärkt das Selbstbewusstsein und vermittelt das Gefühl, gebraucht zu werden. Das wurde uns in verschiedenen Bereichen der Einrichtung sehr deutlich.

Ein besonders bewegender Teil unseres Besuchs war die Beschäftigung mit der Geschichte der Herzogsägmühle während der NS-Zeit. Wir erfuhren mehr über die Menschen, die früher in den Wanderarbeitsstätten untergebracht waren und oft ausgegrenzt oder schlecht behandelt wurden. Durch die Beschäftigung mit ausgewählten Biographien von ehemaligen Bewohnern konnten wir uns viel besser vorstellen, wie schwierig ihr Leben gewesen sein muss. Uns wurde klar, warum es wichtig ist, an diese Menschen zu erinnern und dafür einzutreten, dass so etwas nicht wieder passiert.

Gleichzeitig fanden wir es beeindruckend, dass die Herzogsägmühle heute Menschen hilft, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Die Einrichtung erinnert also nicht nur an die Vergangenheit, sondern leistet auch ganz konkrete Unterstützung in der Gegenwart. Insgesamt hat uns der Besuch sehr gut gefallen und zum Nachdenken gebracht. Wir haben viele neue Eindrücke mitgenommen und verstanden, wie wichtig Respekt, Zusammenhalt und Menschlichkeit für eine funktionierende Gesellschaft sind. Die Herzogsägmühle hat uns gezeigt, dass jeder Mensch eine faire Chance verdient.

Dass dieser Ausflug möglich war, verdanken wir auch der Aktion „Fahr doch einfach hin!“ der Diakonie Bayern, die das Projekt aus Spenden- und Kollektenmitteln finanziell unterstützt hat.

Jonas Eisenkolb und Maximilian Frick (Schüler Schmuttertal-Gymnasium Diedorf )  10/10/2026

 

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