Diakon Heiko Grüter-Tappe, IGS Salzgitter, Fachtag Netzwerk Diakonisches Lernen, 22.10.2026: „Unsere Leitungsgremien müssten Gott jeden Tag dafür danken, dass Schüler diakonische Begegnungen wagen und ihre Erfahrungen anderen weitergeben."

Fotos: Marion Barth

Beim Fachtag Netzwerk Diakonisches Lernen Bayern + Braunschweig im Diakoniewerk Martha-Maria in Nürnberg haben 125 Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Fachkräfte, Lehrkräfte und diakonisch und kirchlich Verantwortliche das Thema ANGST.MUT.ZUKUNFT? von vielen Seiten betrachtet und bearbeitet. In der Agapefeier (Brotbrechen), die traditionell die religiöse Mitte des Fachtages bildet, legte der Diakon und Religionslehrer Heiko Grüter-Tappe aus der Integrierten Gesamtschule Salzgitter (Niedersachsen) Josua 1,9 aus: „Hab keine Angst, denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ Er vergleicht Diakonisches Lernen mit einem „Land“ oder einer „Welt“, in der Begegnung auf Augenhöhe möglich ist. Im diakonischen Lernen sieht er ein Modell für die Zukunft und die Ausrichtung der beiden evangelisch-lutherischen Landeskirchen in Bayern und Braunschweig.

Die Landessynoden und die Leitungsgremien „müssten eigentlich Gott Tag für Tag danken, dass Schüler und Lehrkräfte so viele Begegnungen wagen, die an den 200 diakonischen Lernorten in Bayern und Braunschweig möglich sind.“

In den fünf Workshops des Fachtags standen einige der Schüleraktivitäten im Fokus. Sie stehen für den Anspruch der Kirche, niemand alleine zu lassen und gerade schwächere und bedürftige Menschen zu schützen. Heiko Grüter-Tappe zitierte dabei Dr. Christina-Maria Bammel, die neue Landesbischöfin der braunschweigischen Kirche, die als eigentlichen Reichtum unserer Gesellschaft „die Erfahrung des achtsamen und liebevollen Miteinanders in Zeiten wachsenden Misstrauens“ benennt.

Diakonisches Lernen ist Demokratiebildung und ein Zeichen des Mutes und der Zukunft gegenüber den Wahlerfolgen der AfD. Dabei schlug Diakon Grüter-Tappe mit Blick auf die nächste Zukunft der Netzwerke auch kritische Töne an: „Umso unverständlicher ist es, dass wir für diese sinnhaften Projekte des diakonischen Lernens immer und immer wieder kämpfen müssen, damit Stellen und Finanzierung gesichert sind und wir uns immer wieder für die Arbeit rechtfertigen müssen. Wie und ob es weiter geht, wissen wir nicht. Wir blicken sorgenvoll in die Zukunft." 

Trotz alledem beendet Grüter-Tappe seine Predigt hoffnungsvoll, indem er die Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrkräfte und diakonischen Fachkräfte direkt auf ihre Aktivitäten anspricht: "Schaut euch um, denkt an unsere Mitmachaktionen auf den Kirchentagen in Nürnberg und Hannover und den Zuspruch von allen Seiten, denkt an Eure Schulprojekte mit diakonischen Einrichtungen und den tollen, engagierten Menschen.“

Der Fachtag 2026 wurde finanziell ganz wesentlich durch die GlückSpirale unterstützt. Ein Teil der Kosten wurden durch die Evang.-Luth. Kirche Bayern getragen.

Dr. Martin Dorner     01/11/26

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