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Was diakonisches Lernen ist?

Von Martin Dorner

Grundlegende Information zum Konzept des Diakonischen Lernens

Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten engagieren sich im Rahmen des Unterrichtes an Lernorten diakonischer Träger oder in diakonisch aktiven Kirchengemeinden. An 150 Orten in Bayern lernen Schüler von und mit Menschen, die die Diakonie brauchen oder die diakonisch handeln. Die Begegnungen werden vor Ort und im Unterricht reflektiert. Die Schüler erhalten Informationen über diakonische und soziale Berufe bzw. Studiengänge und über Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements in Kirche und Diakonie.

 

Die bayerische Initiative Diakonisches Lernen

Die Initiative des Diakonischen Werkes Bayern entwickelte von 2010 bis 2015 ihr Konzept mit Vertretern der Universität Regensburg, der Gymnasialpädagogischen Materialstelle Erlangen, dem Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn, der Evangelischen Schulstiftung in Bayern, mit Lehrkräften und Fachkräften der Diakonie. Die Projektgruppe unterstützt den Projektleiter Pfarrer Martin Dorner beim operativen Geschäft. Ein Beirat berät die Initiative. Für die Initiative standen über den Zeitraum von 2013 bis 2015 insgesamt 40.000- € zur Verfügung.

 

Unterschiedlich intensive Lernformen

Die wichtigsten Lernformen sind diakonische Aktionen oder Aktionstage und das Schülerpraktikum. Bei diakonischen Aktionen engagiert sich meist die ganze Schulklasse gemeinsam mit ihrer Lehrkraft. Bei den Schülerpraktika sind es hingegen kleine Gruppen oder einzelne Schüler, die am Lernort tätig sind. Bei den meisten Lernformen erleben die Schüler das diakonische Engagement der Kirche dadurch, dass sie auf unkomplizierte Art und Weise bei bestehenden Angeboten mitmachen. Sie übernehmen dabei z.B. unterstützende Tätigkeiten gegenüber alten, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen. Sie werden mit psychisch kranken Menschen kreativ, helfen Kindern oder Flüchtlingen im Jugendalter bei schulischen Aufgaben oder kochen für  Menschen in Armut oder Einsamkeit. Gemeinsam mit Beschäftigten der Diakonie oder Ehrenamtlichen und den Lehrkräften reflektieren sie die Begegnungen. Echte Projekte stellen hingegen die diakonischen Projekt-Seminare (P-Seminare) dar. Immer mehr Lernorte entschließen sich mittlerweile auch diese Lernform den Gymnasien anzubieten.

 

Schularten

Diakonisches Lernen wird in folgenden Schularten praktiziert: Grundschule, Mittelschule, Realschule und Gymnasium. Auch Förderschulen, Fachoberschulen, Berufsoberschulen und Schulen in evangelischer oder katholischer Trägerschaft beteiligen sich.

 

Schulfächer

Die entsendenden Schulfächer sind überwiegend Religion und Ethik, aber auch das Fach Sozialkunde ist von großer Bedeutung. Diakonisches Lernen ist aber auch in den Fächern Deutsch, Geschichte oder Sport möglich. Neben dem schulischen Lernen findet Diakonisches Lernen auch in der Konfirmandenarbeit statt.

 

Nachhaltigkeit

Im Sinne der Nachhaltigkeit schließen viele diakonische Lernorte einen Kooperationsvertrag mit einer Schule in ihrer Nachbarschaft.

Fakten zum diakonischen Lernen

Neuer Wettbewerb der Initiative Diakonisches Lernen 2017-18: Interessensbekundung ab sofort möglich! Gewinnen Sie mit Ihrer Klasse oder Ihrem P/W-Seminar Preise von 1000 €, 750 € oder 500 €.

Die Initiative Diakonisches Lernen schreibt einen Wettbewerb für das Schuljahr 2017-18 aus. Die Preisgelder stammen aus Fördermitteln des Sozialpreises, der der Initiative und dem Diakonischen Werk Bayern von der Bayerischen Landesstiftung verliehen wurde.
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Neuer Flyer Initiative Diakonisches Lernen zum download

Wie verstehen Lehrkräfte, was Diakonisches Lernen ist und wer hinter der Initiative steht? Wie sehen Lehrkräfte, dass diakonische Begegnungen Schülern Spaß machen und sie fördern? Wie erfahren Lehrkräfte, worin die Unterstützung durch die Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen der Lernorte besteht?
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Sozialpreis 2016 der Bayerischen Landesstiftung und 10.000 EURO Preisgeld für die Initiative Diakonisches Lernen des Diakonischen Werkes Bayern

Für hervorragende Leistungen auf sozialem Gebiet hat die Initiative Diakonisches Lernen des Diakonischen Werkes Bayern am 06.12.2016 den Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung verliehen bekommen. Bei dem Festakt in Ingolstadt betonte Staatsminister Dr. Markus Söder besonders die große Zahl von 150 diakonischen Lernorten, die eine didaktisch angeleitete Begegnung von Schülern in Einrichtungen der Diakonie und bei diakonisch aktiven Kirchengemeinden ermöglichen. Die Bewerbung hatte Prof. Dr. Werner Michl von der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Hochschule Nürnberg bei der Bayerischen Landesstiftung eingereicht. Wie es sich für ein Bildungsangebot für Schüler gehört, war bei dem Festakt auch eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des mit dem Matthäusstift des Diakonischen Werkes Ingolstadt kooperierenden Gnadenthal-Gymnasiums anwesend.
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Rezension zum Werkbuch Diakonisches Lernen in der Theologischen Literaturzeitung erschienen

Dr. David Toaspern ist Leiter des Theologisch-Pädagogischen Instituts (TPI) der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche Sachsen mit Sitz in Moritzburg. Er rezensiert in der aktuellen Ausgabe der Theologischen Literaturzeitung das Werkbuch Diakonisches Lernen von Michael Fricke und Martin Dorner, das bei Vandenhoeck&Ruprecht erschienen ist.
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Das Symposium „Compassion – Diakonisches Lernen – Service Learning“ an der Universität Regensburg brachte vom 14.-15. Juli 2016 zum ersten Mal drei bedeutende Lernkonzepte zur sozialen Bildung von Schülerinnen und Schülern zusammen.

Prof. Dr. Anne Sliwka lehrt am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Heidelberg und in ihrer Response am Ende des Symposiums äußerte sie, dass eine derartige wissenschaftliche Veranstaltung „längst überfällig war.“ Das, was die drei sozialen Lernkonzepte miteinander verbindet, so Sliwka, sei das „Lernen an außerschulischen Orten“ und „das Ausschöpfen von Lernpotentialen durch Reflexivität.“ Zu dem von der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth und der Diakonie Bayern geförderten Symposium hatte Prof. Dr. Michael Fricke in Kooperation mit Prof. Dr. Lothar Kuld eingeladen. Fricke lehrt am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Regensburg und wirkt konzeptionell an der bayernweiten Initiative Diakonisches Lernen mit. Prof. Dr. Lothar Kuld hingegen unterrichtete Katholische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Er ist seit vielen Jahren einer der wissenschaftlichen Begleiter der vor allem in katholischen Schulen weit verbreiteten Compassion-Projekte.
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Symposium Konzepte sozialer Bildung an der Schule vom 14.-15. Juli 2016 an der Universität Regensburg

Prof. Dr. Michael Fricke, Institut für Evangelische Theologie an der Universität Regensburg und Prof. Dr. Lothar Kuld, Kath. Theologie/ Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten und weitere ausgewiesene Experten aus Praxis und Theorie bringen drei Lernkonzepte sozialer Bildung an der Schule erstmalig ins Gespräch: Compassion, Diakonisches Lernen und Service Learning.
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Diakonisches Lernen jetzt auch im neuen LehrplanPLUS der Mittelschule für das Fach Evangelische Religionslehre verankert

Um ihre eigene Einstellung gegenüber hilfebedürftigen Menschen zu hinterfragen und auch im Blick auf die eigene Berufsfindung setzt der kompetenzorientierte LehrplanPlus jetzt darauf, dass die Schüler mit ihren Lehrkräften selber an „einem konkreten Beispiel im Lebensumfeld diakonisch lernen.“
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